Wer wenig fährt, verursacht statistisch weniger Unfälle. Deshalb fragen fast alle Kfz-Versicherer nach der jährlichen Fahrleistung. Die Angabe ist schnell gemacht. Sie sollte aber stimmen.
Wie stark die Kilometer zählen
Die meisten Tarife arbeiten mit Stufen, etwa bis 6.000, bis 9.000, bis 12.000 Kilometer und so weiter. Innerhalb einer Stufe ist es egal, ob Sie 7.000 oder 8.900 Kilometer fahren. Erst beim Sprung in die nächste Stufe ändert sich der Beitrag. Wie viel das ausmacht, unterscheidet sich je Versicherer deutlich. Bei manchen ist der Abstand zwischen zwei Stufen klein, bei anderen ein spürbarer Teil des Beitrags.
Realistisch schätzen
Am zuverlässigsten ist der Blick auf den eigenen Tacho. Notieren Sie den Stand heute und vergleichen Sie ihn mit einem älteren Wert, etwa aus dem letzten Werkstattbericht oder dem Prüfbericht der Hauptuntersuchung. Daraus ergibt sich die Fahrleistung pro Jahr.
Ändert sich bald etwas, rechnen Sie das mit ein. Ein neuer Arbeitsweg von 20 Kilometern einfach sind an 220 Arbeitstagen schon rund 8.800 Kilometer im Jahr (Beispielrechnung). Dazu kommen Einkäufe, Besuche und der Urlaub mit dem Auto. Lieber eine Stufe höher angeben als zu knapp.
Wenn Sie mehr fahren als gedacht
Die Kilometerangabe ist ein Tarifmerkmal. Ändert sie sich, müssen Sie das dem Versicherer mitteilen. Wer es früh meldet, zahlt nur die Differenz. Wer schweigt und auffällt, etwa bei der jährlichen Abfrage oder nach einem Unfall, riskiert mehr: Viele Bedingungen sehen dann neben der Nachzahlung eine Vertragsstrafe vor. Die Höhe steht in den Bedingungen des Versicherers.
Wenn Sie weniger fahren
Homeoffice, Rente oder ein Umstieg aufs Fahrrad senken die Fahrleistung oft deutlich. Dann lohnt es sich, die Angabe nach unten zu korrigieren. Viele Versicherer passen den Beitrag für das laufende Jahr an, manche erst ab der nächsten Hauptfälligkeit. Ein guter Moment für einen neuen Vergleich ist es in jedem Fall, weil Tarife für Wenigfahrer sehr unterschiedlich kalkuliert sind.
Kurz zusammengefasst
- Kilometerstand von heute mit einem älteren Wert vergleichen
- Absehbare Änderungen wie einen neuen Arbeitsweg einrechnen
- Mehr Kilometer früh melden, weniger Kilometer ebenfalls
- Im Vergleich die realistische Stufe wählen, nicht die günstigste