Viele Gasversorger bieten Tarife mit Namen wie Öko, Klima oder Grün an. Hinter diesen Etiketten stecken zwei sehr unterschiedliche Ansätze. Einer verändert, was durch die Leitung kommt. Der andere nicht.
Variante 1: Ausgleich über Zertifikate
Die meisten Ökogastarife liefern ganz normales Erdgas. Der Versorger kauft zusätzlich Zertifikate aus Klimaschutzprojekten, etwa für Aufforstung oder erneuerbare Energien im Ausland. Rechnerisch werden so die Emissionen ausgeglichen, die beim Verbrennen Ihres Gases entstehen. Daher der Begriff klimaneutral.
Wie viel das wert ist, hängt an der Qualität der Projekte. Gute Zertifikate belegen, dass ein Projekt ohne das Geld nicht entstanden wäre und dass die Einsparung dauerhaft ist. Achten Sie darauf, welche Standards der Versorger nennt. Fehlen Angaben, bleibt vieles im Unklaren.
Variante 2: Biogas-Anteil
Andere Tarife enthalten einen Anteil Biomethan. Das ist Biogas aus Reststoffen, Gülle oder Energiepflanzen, das auf Erdgasqualität aufbereitet und ins Netz eingespeist wird. Der Anteil reicht von wenigen Prozent bis zu reinem Biogas. Je höher er ist, desto teurer wird der Tarif.
Auch bei Biogas lohnt die Frage nach der Herkunft. Biomethan aus Abfall und Reststoffen gilt als unproblematischer als solches aus eigens angebauten Energiepflanzen, die Ackerfläche beanspruchen.
Woran Sie gute Tarife erkennen
- Klare Angabe, ob Biogas enthalten ist und wie viel
- Benannte Standards bei Kompensationszertifikaten
- Herkunft des Biomethans aus Rest- und Abfallstoffen
- Unabhängiges Gütesiegel, zum Beispiel das Grünes Gas Label
Der wirksamste Hebel
Jede eingesparte Kilowattstunde vermeidet Emissionen, egal welcher Tarif. Ein Ökogastarif ergänzt das, ersetzt es aber nicht. Im Vergleich können Sie Ökogastarife filtern und mit normalen Tarifen vergleichen. Was beim Preis sonst zählt, steht im Ratgeber Gaspreis: Woraus er besteht.