Ganz oben in der Ergebnisliste eines Stromvergleichs stehen oft Tarife, die vor allem durch ihren Bonus günstig wirken. Im ersten Jahr stimmt das. Ab dem zweiten zahlen Sie den Preis, der hinter dem Bonus steckt.
Rechenbeispiel für 3.500 kWh
Ein Haushalt mit drei Personen verbraucht rund 3.500 kWh im Jahr. Zwei Tarife stehen zur Auswahl (Beispielwerte):
| Tarif A mit Bonus | Tarif B ohne Bonus | |
|---|---|---|
| Jahreskosten ohne Bonus | 1.100 € | 1.000 € |
| Neukundenbonus | 150 € | 0 € |
| 1. Jahr | 950 € | 1.000 € |
| 2. Jahr | 1.100 € | 1.000 € |
| Zwei Jahre zusammen | 2.050 € | 2.000 € |
Tarif A sieht im Vergleich besser aus und ist über zwei Jahre trotzdem teurer. Kommt im zweiten Jahr eine Preisanpassung dazu, wächst der Abstand. Rechnen lässt sich das selbst: zwölfmal Grundpreis plus Arbeitspreis mal Verbrauch, für das erste Jahr abzüglich Bonus.
Sofortbonus und Neukundenbonus
Der Sofortbonus kommt nach einigen Wochen Belieferung aufs Konto. Der Neukundenbonus wird erst nach zwölf Monaten fällig und meist mit der Jahresabrechnung verrechnet. Er setzt voraus, dass Sie ein volles Jahr bleiben. Bei manchen Anbietern entfällt er schon, wenn Sie im ersten Jahr kündigen, auch wenn der Vertrag erst danach endet. Das steht in den Bonusbedingungen.
Für wen sich Bonus-Tarife lohnen
Wer jedes Jahr wechselt, kann Boni gezielt mitnehmen. Dafür braucht es einen Kalendereintrag für die Kündigungsfrist und Bonusbedingungen, die eine Kündigung zum Ende des ersten Jahres erlauben. Wer lieber einmal wechselt und dann bleibt, fährt mit einem guten Preis ohne Bonus meist besser, idealerweise mit einer Preisgarantie über 24 Monate.
Den Bonus im Vergleich ausblenden
Im Stromvergleich lässt sich einstellen, ob Boni in den Preis eingerechnet werden. Schalten Sie das testweise aus. Dann sortiert die Liste nach dem Preis, der ab dem zweiten Jahr gilt. Dasselbe Prinzip gilt beim Gas, mehr dazu im Artikel Gastarife mit Bonus.