Eine Wärmepumpe verbraucht im Jahr oft mehr Strom als der ganze übrige Haushalt. Bei diesen Mengen zählt jeder Cent. Ein eigener Wärmepumpentarif kann deutlich günstiger sein als der normale Haushaltsstrom. Ob er sich rechnet, hängt vor allem vom Zähler ab.
Zwei Wege: ein Zähler oder zwei
Läuft die Wärmepumpe über den Haushaltszähler, zahlen Sie für ihren Strom denselben Preis wie für Licht und Kühlschrank. Das ist einfach, verschenkt aber oft Geld. Mit einem separaten Zähler lässt sich die Wärmepumpe über einen eigenen Tarif abrechnen. Dafür fallen eine zusätzliche Grundgebühr und einmalig Kosten für den Zählerplatz an.
Reduzierte Netzentgelte nach § 14a EnWG
Seit 2024 gelten Wärmepumpen und Wallboxen als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Der Netzbetreiber darf ihre Leistung bei drohender Überlastung vorübergehend drosseln, aber nicht ganz abschalten. Im Gegenzug zahlen Sie weniger Netzentgelt. Es gibt dafür verschiedene Module:
- Modul 1: eine pauschale Reduzierung, auch ohne separaten Zähler
- Modul 2: ein deutlich reduzierter Arbeitspreis beim Netzentgelt, mit separatem Zähler
- Modul 3: zeitlich gestaffelte Netzentgelte, zusätzlich zu Modul 1 und mit intelligentem Messsystem
Welches Modul sich lohnt, hängt vom Verbrauch und vom Netzgebiet ab. Bei hohem Wärmepumpenverbrauch spricht viel für Modul 2. Fragen Sie Ihren Netzbetreiber nach den Beträgen in Ihrem Gebiet.
Was die Drosselung im Alltag bedeutet
Eine Mindestleistung von 4,2 Kilowatt bleibt immer erhalten. Bei einer typischen Wärmepumpe im Einfamilienhaus reicht das, um weiter zu heizen. Zudem speichert ein gedämmtes Haus Wärme, sodass eine kurze Drosselung kaum auffällt. Ältere Verträge mit festen Sperrzeiten laufen teils noch weiter.
Im Vergleich richtig rechnen
Wählen Sie im Rechner die Tarifart Wärmepumpe und geben Sie den Verbrauch des Wärmepumpenzählers ein, nicht den gesamten Hausverbrauch. Vergleichen Sie die Jahreskosten mit dem, was die Wärmepumpe über den Haushaltstarif kosten würde. Denken Sie dabei an die zweite Grundgebühr. Wer zusätzlich ein E-Auto lädt, findet Hinweise im Ratgeber Autostrom.