Eine Hundehaftpflicht kostet bei fast allen Anbietern nur ein paar Euro im Monat. Der Unterschied steckt in den Leistungen. Fünf Bausteine entscheiden, ob der Schutz im Ernstfall auch wirklich greift.
1. Deckungssumme: mindestens 10 Millionen Euro
Reißt der Hund sich los und verursacht einen Verkehrsunfall, geht es schnell nicht mehr um Blechschäden. Werden Menschen verletzt, kommen Behandlung, Verdienstausfall und womöglich eine lebenslange Rente zusammen. Solche Personenschäden erreichen Millionenbeträge. Eine Deckungssumme von 10 Millionen Euro sollte daher die Untergrenze sein, viele gute Tarife bieten mehr.
2. Mietsachschäden
Zerkratztes Parkett, angeknabberte Türrahmen, ein ruinierter Teppich in der Ferienwohnung: Schäden an gemieteten Räumen sind nicht in jedem Tarif enthalten. Für Mieter ist dieser Baustein wichtig, denn der Vermieter verlangt die Reparatur spätestens beim Auszug.
3. Fremdhüter
Geht die Nachbarin mit dem Hund Gassi oder passt ein Hundesitter auf, sollte auch dieser Mensch versichert sein. Ohne den Baustein Fremdhüter kann es sonst Streit darüber geben, wer für einen Schaden aufkommt. Gewerbliche Hundesitter sind dabei manchmal ausgenommen, das steht in den Bedingungen.
4. Schutz trotz Verstoß gegen die Leinenpflicht
In vielen Gemeinden gilt Leinenpflicht, zumindest in bestimmten Gebieten oder Jahreszeiten. Läuft der Hund trotzdem frei und passiert etwas, verweigern manche Versicherer die Zahlung. Gute Tarife leisten auch dann. Das ist ein Baustein, der im Alltag öfter zählt, als man denkt.
5. Welpen und ungewollter Deckakt
Bekommt eine Hündin Nachwuchs, sollten die Welpen bis zur Abgabe mitversichert sein. Ebenso wichtig für Rüdenhalter: Deckt der eigene Rüde ungewollt eine fremde Hündin, können Kosten für Tierarzt und Aufzucht entstehen. Auch dieser Fall sollte im Tarif stehen.
Was das kostet
Tarife mit allen fünf Bausteinen gibt es ab etwa 3 Euro im Monat (Richtwert). Bei großen oder als gefährlich eingestuften Rassen wird es teurer. Wegen weniger Euro im Jahr auf einen Baustein zu verzichten, lohnt sich selten. Im Vergleich stellen Sie Beitrag, Deckungssumme und Selbstbeteiligung nebeneinander und sehen, ob Welpen und Auslandsschutz enthalten sind.