Zwei Kompaktwagen mit ähnlicher Leistung, gleicher Fahrer, gleiche Stadt. Trotzdem kann der eine im Jahr spürbar mehr kosten als der andere. Der Grund steht nicht im Prospekt, sondern in einer Tabelle der Versicherer: der Typklasse.
Was die Typklasse misst
Jedes Automodell bekommt eine Typklasse. Sie richtet sich danach, wie viele Schäden mit diesem Modell in den vergangenen Jahren gemeldet wurden und wie teuer sie waren. Die Statistik dazu erstellt der Gesamtverband der Versicherer (GDV) aus den Daten seiner Mitglieder. Die einzelnen Versicherer übernehmen die Einstufung meist, sind aber nicht daran gebunden.
In die Schadenbilanz fließt mehr ein als die Technik. Wer ein Modell typischerweise fährt, wie teuer Scheinwerfer und Stoßfänger sind und wie gern es gestohlen wird, spielt alles mit hinein.
Drei Klassen pro Modell
| Sparte | Spanne der Typklassen | Was sie abbildet |
|---|---|---|
| Haftpflicht | 10 bis 25 | Schäden, die Fahrer dieses Modells anderen zufügen |
| Teilkasko | 10 bis 33 | Diebstahl, Glas, Wild, Sturm und Hagel am eigenen Auto |
| Vollkasko | 10 bis 34 | zusätzlich selbst verschuldete Unfälle am eigenen Auto |
Je höher die Zahl, desto teurer die Sparte. Ein Modell kann in der Haftpflicht günstig und in der Vollkasko teuer eingestuft sein, etwa wenn seine Fahrer selten andere schädigen, Reparaturen am eigenen Wagen aber viel kosten.
Jedes Jahr neu berechnet
Die Statistik wird jährlich aktualisiert. Für viele Modelle bleibt alles gleich, für einen Teil geht es rauf oder runter. Wirksam wird die neue Einstufung meist zur nächsten Hauptfälligkeit, bei den meisten Verträgen also zum 1. Januar. Wer im Herbst eine Beitragsrechnung mit höherem Betrag bekommt, sollte nachsehen, ob die Typklasse der Grund ist. Steigt der Beitrag bei gleichem Schutz, ist das in der Regel ein Anlass für ein Sonderkündigungsrecht.
Vor dem Autokauf nachsehen
Die Typklasse lässt sich nicht verhandeln, aber vor dem Kauf berücksichtigen. Gerade bei Gebrauchtwagen lohnt der Blick auf zwei oder drei Alternativen. Nehmen Sie dafür die Herstellernummer und die Typschlüsselnummer der infrage kommenden Autos und rechnen Sie im Vergleich jeweils einen Beitrag aus. Fahrer, Wohnort und SF-Klasse bleiben gleich, der Unterschied kommt dann allein vom Modell.
Neben der Typklasse bestimmen die Regionalklasse und Ihre SF-Klasse den Beitrag. Bei allen dreien gilt: Die Einstufung ist bei jedem Versicherer gleich angelegt, der Preis daraus aber nicht. Erst der Vergleich zeigt, welcher Anbieter Ihr Modell günstig rechnet.