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Eigenkapital beim Hauskauf: Wie viel Sie mitbringen sollten

Direkt zum Vergleich: Baufinanzierung

Die erste Frage der Bank lautet selten, wie viel das Haus kostet. Sie lautet: Wie viel bringen Sie selbst mit? Vom Eigenkapital hängt ab, ob die Finanzierung klappt und wie teuer sie wird.

Zuerst die Nebenkosten

Beim Kauf fallen Kosten an, die keinen Gegenwert in Stein haben. Die Grunderwerbsteuer liegt je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises. Notar und Grundbuch kosten zusammen grob 1,5 bis 2 Prozent. Ist ein Makler beteiligt, zahlen Käufer beim Kauf eines Einfamilienhauses oder einer Wohnung höchstens die Hälfte der Provision, oft bis zu 3,57 Prozent.

Banken finanzieren diese Nebenkosten ungern, weil sie im Ernstfall nicht durch den Wert der Immobilie gedeckt sind. Die Faustregel lautet deshalb: Die Nebenkosten bringen Sie selbst mit.

Dann ein Teil des Kaufpreises

Gern gesehen sind zusätzlich 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises. Je mehr Eigenkapital, desto weniger muss die Bank leihen und desto kleiner ist ihr Risiko. Das zeigt sich am Zins. Die Bank misst das am Beleihungsauslauf, also am Verhältnis von Kredit zu Immobilienwert. Bei 60, 80 und 100 Prozent liegen oft Stufen, an denen sich der Zins ändert.

Ein Rechenbeispiel

PostenBetrag
Kaufpreis400.000 €
Grunderwerbsteuer 5 %20.000 €
Notar und Grundbuch 2 %8.000 €
Makler 3,57 %14.280 €
Nebenkosten zusammen42.280 €
Dazu 20 % des Kaufpreises80.000 €
Eigenkapital nach Faustregel122.280 €

Die Werte sind Beispielwerte. Die Grunderwerbsteuer richtet sich nach dem Bundesland, die Maklerprovision nach dem Vertrag. Weniger Eigenkapital ist möglich, kostet aber meist mehr Zins.

Was als Eigenkapital zählt

  • Guthaben auf Giro-, Tages- und Festgeldkonten
  • Wertpapiere, die Sie verkaufen können
  • Bausparguthaben
  • Ein bereits bezahltes Grundstück
  • Eigenleistungen am Bau, von Banken meist nur begrenzt angerechnet

Behalten Sie dabei eine Reserve für Umzug, Möbel und unerwartete Reparaturen zurück. Wer jeden Euro in den Kauf steckt, hat im ersten Jahr wenig Spielraum. Wie stark sich das Eigenkapital auf den Zins auswirkt, zeigt der Vergleich, wenn Sie verschiedene Beträge eingeben. Weitere Faktoren stehen im Ratgeber Bauzinsen: 5 Faktoren.

Häufige Fragen

Kann ich ein Haus ohne Eigenkapital finanzieren?
Manche Banken bieten Vollfinanzierungen an, also Kredite über Kaufpreis und Nebenkosten. Sie setzen ein hohes, sicheres Einkommen voraus und verlangen einen deutlich höheren Zins. Die Rate und das Risiko steigen entsprechend.
Zählt Bausparguthaben als Eigenkapital?
Ja, ein angespartes Bausparguthaben zählt dazu, ebenso Tagesgeld, Festgeld und Wertpapiere, die Sie verkaufen können. Auch ein eigenes Grundstück oder Eigenleistungen am Bau werden von Banken teilweise angerechnet.
Was sind Kaufnebenkosten?
Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls die Maklerprovision. Zusammen kommen je nach Bundesland und Makler grob 5 bis über 12 Prozent des Kaufpreises zusammen.

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