Beim Gas fällt der größte Teil des Verbrauchs in die Heizperiode. Der Abschlag ist trotzdem jeden Monat gleich hoch. Das ist kein Fehler, sondern Absicht. Ob er insgesamt passt, sehen Sie erst, wenn Sie über das ganze Jahr rechnen.
Wie der Abschlag entsteht
Der Versorger nimmt Ihren Verbrauch aus dem Vorjahr, multipliziert ihn mit dem Arbeitspreis, addiert den Grundpreis und teilt durch die Zahl der Abschläge. Ein milder Winter im Vorjahr führt deshalb zu einem niedrigen Abschlag, und ein kalter Winter danach zu einer Nachzahlung.
Der Winter entscheidet
In einem typischen Haushalt mit Gasheizung entfällt ein großer Teil des Jahresverbrauchs auf die Monate Oktober bis März. Im Sommer wird nur Warmwasser erzeugt. Wer im Juli auf den Zähler schaut, sieht wenig Verbrauch und hält den Abschlag für zu hoch. Das Polster wird aber im Januar gebraucht.
So prüfen Sie den Abschlag
- Jahresverbrauch in kWh von der letzten Abrechnung nehmen
- Mit dem aktuellen Arbeitspreis multiplizieren und den Grundpreis addieren
- Durch die Zahl der Abschläge teilen, meist elf oder zwölf
- Mit Ihrem tatsächlichen Abschlag vergleichen
Ein Beispiel: 15.000 kWh mal 11 Cent ergibt 1.650 Euro, dazu 180 Euro Grundpreis. Zusammen 1.830 Euro, das sind rund 153 Euro im Monat (Beispielwerte). Haben sich Preis oder Verbrauch geändert, rechnen Sie mit den neuen Werten.
Im Winter ablesen
Lesen Sie den Gaszähler von November bis Februar einmal im Monat ab und vergleichen Sie mit dem Vorjahr. Liegt der Verbrauch deutlich darüber, erhöhen Sie den Abschlag rechtzeitig. Der Zähler zeigt Kubikmeter. Wie Sie in kWh umrechnen, steht im Ratgeber Kubikmeter in kWh.
Hoher Abschlag, hoher Preis?
Steigt der Abschlag, obwohl Sie nicht mehr verbrauchen, liegt das meist am Preis. Bei einer Preiserhöhung haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Geben Sie Ihren Jahresverbrauch in den Vergleich ein und sehen Sie, ob ein anderer Tarif günstiger ist.