Im Wohnzimmer wird es schnell warm, im Kinderzimmer am Ende des Flurs nie richtig. Die übliche Reaktion: die Heizung höher drehen. Das kostet Gas und löst das Problem nicht. Oft fehlt der Heizung schlicht ein hydraulischer Abgleich.
Was das Problem ist
Heizwasser nimmt den Weg des geringsten Widerstands. Heizkörper nahe am Kessel bekommen viel davon, weit entfernte wenig. Damit auch der letzte Raum warm wird, läuft die Pumpe stärker und die Vorlauftemperatur wird erhöht. Die nahen Räume werden dann zu warm. Gleichzeitig braucht die Pumpe mehr Strom als nötig.
Was der Abgleich macht
Ein Fachbetrieb ermittelt, wie viel Wärme jeder Raum braucht. Daraus berechnet er, wie viel Heizwasser durch jeden Heizkörper fließen soll, und stellt die Ventile entsprechend ein. Danach lassen sich in der Regel die Pumpenleistung und die Vorlauftemperatur senken. Die Wärme verteilt sich gleichmäßiger, und der Kessel arbeitet ruhiger.
Anzeichen, dass er fehlt
- Einzelne Heizkörper werden kaum warm, andere sehr heiß
- Ventile oder Leitungen rauschen oder pfeifen
- Heizkörper werden oben warm und bleiben unten kalt
- Die Vorlauftemperatur ist hoch eingestellt, damit alle Räume warm werden
- Die Heizkörperventile haben keine Voreinstellung
Was es bringt
Wie viel Gas der Abgleich spart, hängt vom Ausgangszustand ab. Eine Anlage, die bisher mit hoher Vorlauftemperatur und voller Pumpenleistung gegen die ungleiche Verteilung angearbeitet hat, profitiert stärker als eine, die schon ordentlich eingestellt war. Vergleichende Zahlen für Ihr Haus kann nur der Fachbetrieb nach der Berechnung nennen. Ein Nebeneffekt ist sicher: Die Räume werden gleichmäßiger warm.
Wer neben der Technik auch beim Tarif sparen will, sollte den Jahresverbrauch nach dem Abgleich im Blick behalten. Sinkt er, passen Sie den Abschlag an und vergleichen den Tarif mit dem neuen Wert. Weitere Hebel für weniger Verbrauch zeigt der Ratgeber Warmwasser mit Gas.